Die Rolle der Gefühle

Schutz unseres Selbst


Hast Du schon den kleinen Test gemacht? Konnte das, was Dich belastete, verschwinden? Hier kommt die Auflösung, was dahinter steckt:

 

Druckgefühle, unerklärliche Schmerzen oder ein allgemeines Unwohlsein sind in Wahrheit unterdrückte und weggeschlossene Gefühle. Sie sind so stark geworden, dass sie schon körperlich spürbar sind. Indem Du das, was Dich belastet, vor Dir auftauchen lässt, hebst Du zunächst die Identifikation mit dem Gefühl auf, das dahinter steckt. Du fühlst es nicht mehr, sondern nimmst es auf andere Art und Weise wahr. Damit erlangst Du die Kontrolle darüber wieder. Danach hast Du ihm mit den beiden Sätzen Aufmerksamkeit geschenkt und es konnte durch den Raum seine eigentliche Größe annehmen. Das Gefühl konnte sich damit auflösen und Dir geht es besser. Gefühle sind also fundamental für unser Wohlbefinden. Warum?

 

Gefühle beschützen uns

Während uns positive Gefühle, wie Geborgenheit und Liebe, nähren, beschützen uns die "negativen" Gefühle: Wie eine Mutter, die ihr Kind verteidigt, schützt die Wut. Der Hass schützt unseren Selbstwert. Die Trauer schützt unsere Liebe, die Schuld führt zu unserer (Selbst-)Verantwortung und die Angst schützt unser Leben.

 

Negative Gefühle sind vorübergehend angelegt
Negative Gefühle sind nur dann da, wenn sie uns warnen wollen. Zum Beispiel warnt die Angst vor einer Gefahr, und wir reagieren mit Angriff, Verteidigung oder Starre. Wut sorgt dafür, dass jemand, der uns - beziehungsweise unseren Selbstwert - bedroht, auf Abstand bleibt. Unser Hass kann für andere sogar lebensbedrohlich werden, sodass er unsere Existenz schützen kann. Wenn die Situation vorüber ist und wir das Gefühl wahrgenommen haben, hat seine Aufgabe erfüllt und kann gehen, sodass das Leben normal weitergehen kann.

 

Unterdrückte Gefühle schützen uns zu einem hohen Preis

Manchmal ignorieren wir unsre negativen Gefühle, vor allem wenn sie sozial nicht gewünscht sind. Wir zeigen dann unsere Angst nicht oder wenden uns nicht in Wut gegen andere Menschen, weil wir negative Konsequenzen befürchten. Insbesondere Kinder reagieren so gegenüber ihren Eltern, weil sie von deren Versorgung abhängig sind. Eigentlich ist das Unterdrücken der Gefühle also ein Schutzmechanismus.

 

Dieser hat aber seinen Preis: Die Gefühle bleiben und machen keinen Platz mehr für Neues. Wir schließen mit ihnen auch die Energie weg, die ihnen inne wohnt. Wir benötigen ständig einen Teil unserer Energie, um sie weiter unter der Oberfläche zu halten. Letztlich erscheinen sie am falschen Ort und zur falschen Zeit, damit wir uns an sie erinnern: Wie der Fehlalarm einer Alarmanlage!

 

 

Wenn Dich alte Gefühle belasten, liegt das daran, dass Deine Lebensrealität heute eine andere ist, als zu der Zeit, als sie entstanden sind. Dein ursprünglicher Schutz ist heute Dein größter Energieräuber. Deshalb geht es Dir besser, wenn Du sie befreist.

 

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